10 Dinge, die Sie über Kaninchen wissen sollten

Es gibt knapp 50 anerkannte Kaninchenrassen – Kaninchen gibt es in allen Farben und Größen und eignen sich unter den richtigen Umständen als hervorragende Haustiere. Sie brauchen nicht allzu viel Platz, man muss mit ihnen nicht Gassi gehen, obschon sie etwas Freiraum zum bewege brauchen, und machen auch kaum Lärm.

Auch wenn Kaninchen fantastische Haustiere sind, vor allem sind sie sehr süß, eignen sie sich nicht für jeden. Leider laufen viele Leute einfach los und holen sich irgendwo ein Kaninchen, ohne zu wissen, was auf sie zukommt. Als Ergebnis werden die Halter frustriert oder sind enttäuscht, wenn Sie sich doch mit der Pflege überfordert fühlen und so landet das Kaninchen im Tierheim.

Was sollten Sie wissen, bevor Sie sich für ein Kaninchen entscheiden?

  1. Der Charakter von Kaninchen ist einzigartig – Ganz genau wie beim Menschen, gleicht kein Kaninchen dem anderen. Manche sind schüchtern und ruhig, andere neigen zu Rambazamba. Potentielle Kaninchenhalter sollten mit einem Kaninchen ein wenig Zeit verbringen, damit sie in Ruhe schauen können, ob es wirklich in die Familie passt.
  2. Kaninchen können sehr lange leben – In guter Pflege können Kaninchen durchaus ein stolzes Alter von 12 Jahren erreichen. Stellen Sie also sicher sich für diesen Zeitraum um Ihr Kaninchen inklusive Futter, Zeit und Tierarztbesuchen kümmern zu können.
  3. Sozialisierung ist sehr wichtig – Einige Kaninchen sind im neuen Zuhause zunächst sehr scheu und zurückhaltend und mögen nicht direkt angefasst werden. Daher ist es von grosser Bedeutung, dass Sie als neuer Halter sich ausreichend Zeit nehmen einfach Zeit mit dem Kaninchen verbringen, mit ihm sprechen und sich langsam zum anfassen und streicheln hocharbeiten, damit es sich gut in seine neue Umgebung eingewöhnt. Neue Halter müssen zudem lernen, wie man sanft und sicher mit einem Kaninchen umgeht. Achten Sie drauf, immer die Hinterbeine vom Kaninchen zu halten.
  4. Die richtige Ernährung – Kaninchen sind Pflanzenesser, ernähren sich vorwiegend von Gemüse und sollten immer ausreichend Heu zur Verfügung haben, damit ihre permanent wachsenden Zähne im Zaum gehalten werden. Sie sollten auch grünes Blattgemüse serviert bekommen, wie frischen Grünkohl, Romana-Salat oder Löwenzahn. Obst sollte Kaninchen nur begrenzt angeboten werden, wie Apfel, Birne, Pflaume oder Beeren. Auch Karotten sollten Ihrem Kaninchen durch den hohen Zuckergehalt nicht zu oft gegeben werden. Manche Kaninchen reagieren darauf allerdings mit Durchfall. Zusammen mit frischem Heu und Blattgemüse sollten Ihrem Kaninchen grüne Pellets angeboten werden, die aber nicht mit Cerealien, Samen, Mais, Nüssen oder Getreide vermischt sein sollten, weil diese Verdauungsstörungen und Übergewicht verursachen können. Auch frisches Wasser sollte immer zur Verfügung stehen. Kaninchen essen zudem auch ihren weichen Stuhl, normalerweise in den frühen Morgenstunden, der voller wichtiger Vitamine und Nährstoffe ist. Machen Sie sich also keine Gedanken über abnormes Verhalten, falls Sie das beobachten sollten.
  5. Kaninchen sind sehr saubere Tiere – Sie müssen nicht gebadet werden, sie putzen sich selbst recht gründlich. Ihr Käfig sollte mit entsprechendem Streu gefüllt sein, in der Regel richten Kaninchen sich eine Kloecke ein, die man auch mit ein wenig Katzenstreu zusätzlich füllen kann und täglich gereinigt werden muss. Alle Kaninchen und besonders die langhaarigen wie die Agora-Kaninchen sollten mindestens einmal die Woche gekämmt werden, damit das Fell nicht verknotet oder sich Futterreste und Kot unschön verfangen. Alle paar Monate müssen die Krallen von Kaninchen geschnitten werden.
  6. Bewegung ist wichtig – Auch wenn Kaninchen nicht wie Hunde Gassi geführt werden müssen, brauchen Sie täglich eine Runde Freilauf. Bewegung unterstützt Ihr Kaninchen für einen guten Verdauungsvorgang und verhindert, dass sie zu dick werden. Es könnte sich lohnen einfach einen sicheren Bereich zum Freilauf für Ihr Kaninchen abzugrenzen, auch sollten sie nicht ohne Beobachtung frei in der Wohnung herum laufen, da sie schnell entlaufen können und gerne auf andere Gegenstände springen.
  7. Kaninchen und extremes Wetter vertragen sich nicht – Mit ihrem dicken und manchmal sehr langen Fell sowie der Tatsache, dass sie keinerlei Schweißdrüsen haben, kommen Kaninchen mit Hitze an ordentlich heissen Sommertagen gar nicht gut klar. Zeichen, dass sich Kaninchen überhitzen, sind hecheln, Lethargie und Appetitverlust. Wenn sie draussen gehalten werden, bieten Sie Ihnen bitte immer frisches Wasser sowie eine schattige Ecke. Wenn es draussen sehr warm ist und sich das mit einer hohen Luftfeuchtigkeit paart, sollten Kaninchen nach drinnen gebracht werden. Bei Kälte wiederum neigen Kaninchen dazu an ihren spärlicheren Partien wie an den Ohren und Pfoten Frostbeulen zu entwickeln. So sollten Kaninchen bei Frosttemperaturen nicht nach draussen.
  8. Knabbern ist ein Muss – Die Zähne von Kaninchen wachsen immer. Aus diesem Grund sollten Kaninchen immer etwas zum knabbern haben, damit die Zähne sich auf natürlichem Wege abnutzen und nicht zu lang werden. Also einfach ein paar Holzzweige anbieten. Sie sind mit ihrem Knabberverhalten nicht gerade sehr wählerisch, sodass auch Kabel darunter leiden können. Kabel, Holzleisten oder auch Türrahmen sollten Kaninchen möglichst nicht zugänglich sein, sichern Sie solche Stellen entsprechend vor einem Freilauf.
  9. Trauen Sie niemals Raubtieren – Kaninchen gehören zu den gejagten Tieren, wie beispielsweise von Hunden, Katzen oder auch Frettchen. Selbst wenn andere Haustiere mit einem Kaninchen aufwachsen und ihm nicht absichtlich schaden wollen, können ihre Krallen und scharfen Zähne sie leicht verletzen. Lassen Sie bitte Kaninchen nicht unbeobachtet mit Hunden, Katzen oder Frettchen in einem Raum zusammen. Beachten Sie auch, dass allein die Anwesenheit solcher ‘Raubtiere’ Ihr Kaninchen stressen kann.
  10. Besuche beim Tierarzt sind Pflicht – Kaninchen müssen genau wie Hunde und Katzen regelmäßig dem Tierarzt zur präventiven Kontrolle vorgestellt werden. Sie brauchen zwar keine regelmäßigen Impfungen, müssen aber auf Parasiten untersucht werden sowie ihr Stuhl sollte einer Kontrolle unterzogen werden. Weibliche Kaninchen, mit denen nicht gezüchtet werden soll, sollten im Alter von drei Jahren kastriert werden, da 70 – 80 % der weiblichen Kaninchen andernfalls Gebärmutterkrebs entwickeln.

Es ist ein grosser Schritt ein Kaninchen zu adoptieren. Wenn Sie verstehen, welche Pflege Kaninchen benötigen und was für eine Verantwortung auf Sie zukommt, schauen Sie doch einfach bei Ihrem nächstgelegenen Tierheim vorbei, ob dort nicht ein Kaninchen sitzt, welches sich freuen würde, mit Ihnen nach Hause zu kommen.

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