Brauchen Pitbulls einen bestimmten Halter?

“Solch einen gefährlichen Hund sollten Sie nicht haben!” So einfach ist der Pitbull auf die sogenannte Liste gekommen, der Liste  für Hunde, die rassenbedingt gefährlich sind, neben vielen weiteren Hunderassen. Die sogenannten Listenhunde haben einen sehr schlechten Ruf bekommen, nachdem es einige auch teils sehr blutige Vorfälle gab. Es gilt allerdings immer wieder: das Problem findet sich am anderen Ende der Leine und so sind zahlreiche Pit Bulls mit ihren ‘Listengefährten’ oftmals zu Unrecht vorverurteilt, einige sind wahrhaftig sehr liebe Genossen. Natürlich ist ein Pit Bull nicht mit eine Golden Retriever zu vergleichen, daher braucht es schon einen bestimmten Halter, der sich mit der Rasse auskennt.

Was ist eigentlich ein Pitbull? Ein Pitbull ist eine Art Hund, keine Rasse im direkten Sinn. Er ist im Wesentlichen ein Köter, eine Mischung aus einem American Pit Bull Terrier oder einem anderen Bully Dog und jeder anderen Art oder Rasse. Die Bully-Seite der Pit Bull neigt dazu, die anderen Rassen in seinem Make-up zu überholen, aber wenn Sie wissen oder können, was diese Rassen sind, kann es Ihnen dabei behilflich sein, ihre Persönlichkeit zu definieren.

Hier sind einige der gängigsten Pitbull-Eigenschaften und welche Auswirkungen diese auf Sie haben könnten, wenn Sie Pit Bull-Besitzer werden möchten:

  1. Intensität – Pit Bulls sind intensiv. Sie sehen sogar intensiv aus, weshalb manche Leute Angst vor ihnen haben. Manche Pit Bulls lieben alle Menschen und da brauchen Sie all Ihre Kraft, um sie davon abzuhalten, jeden mit Zuneigung anzuspringen. Ein Yorkie, der einen Fremden anspringt, gilt als süß, aber ein Pitbull, der einen Fremden anspringt, gilt als gruselig. Sie müssen bei Ihrem Training eines Pitbulls stark und hartnäckig sein.
  2. Energie – Nicht alle Pitbulls sind gleichermassen energiegeladen, doch kann man mit ihnen durchaus 16km laufen und sie sind immer noch nicht müde. Wenn Sie Pitbull-Besitzer werden wollen, müssen Sie sich darauf einstellen, mit Ihrem Hund viel Sport zu treiben, da sie meistens sehr viel Energie haben, die einen gesunden Output braucht.
  3. Absolute Hingabe und Sensibilität – Ihr Pit Bull wird alles für Sie tun, und er wird auch sein Bestes geben, Ihnen zu gefallen (zumindest die meiste Zeit). Das ist eine große Verantwortung. Als Besitzer eines Pitbull müssen Sie sicherstellen, dass Ihr hingebungsvoller Hund immer auf Sie hört. Zusammen mit der Hingabe kommt dann das grosse Bedürfnis, wenn Sie wollen, dass Ihr Hund ständig um Sie herum ist und es Ihnen nichts ausmacht morgens, mittags und abends mit einer Fülle von Pitbull-Küssen übersät zu werden. Das bedeutet auch, dass Pitbulls nicht für lange Zeit alleine gelassen werden sollten.
  4. Freundlich zu anderen Menschen – oder nicht – Pitbulls sind fast immer super freundlich zu andern Menschen, aber nicht alle Leute sind freundlich zu Pitbulls. Es kann beim Gassigehen immer vorkommen, dass Sie einem Elternteil begegnen, der einfach behauptet, dass Ihr Pitbull deren Kind ‘angreifen’ wolle, wenn Ihr Pitbull vielleicht wirklich nur mega freundlich zu anderen Menschen ist. Sie müssen den Platz anderer respektieren, wenn Sie mit Ihrem Pitbull unterwegs sind. Wenn Ihr Pitbull allerdings eher dazu neigt jeden, ausser Sie, anzubellen, kann es etwas schwieriger werden. Möglicherweise wurde in der Sozialisierungsphase etwas verpasst. Bereiten Sie sich darauf vor, dass andere Leute Ihnen ein oder zwei böse Blicke zuwerfen.
  5. Hundefreundlich – oder auch nicht – Die meisten Pitbulls sind freundlich zu anderen Hunden, aber müssen Sie das vorsichtig herausfinden. Bringen Sie Ihren Pitbull niemals in einen Hundepark oder zu einer Hundespielweise, wenn Sie sich nicht 100% ig sicher sind. Wenn Ihr Pitbull aggressiv auf andere Hunde reagiert, kann es sehr schwierig sein, dies zu trainieren, also sollten Sie hier mit einem Profi sprechen. Dies gilt insbesondere, wenn Sie einen Pitbull im Erwachsenenalter adoptieren, und vor allem, wenn ein Pitbull in seiner jüngsten genetischen Geschichte für Hundekämpfe verwendet wurde. Wenn Ihr Pitbull Kampftendenzen zeigt, wäre es mehr als unverantwortlich für Sie, ihn zu Hundespielweisen zu bringen.

Bevor Sie sich dazu entscheiden, einen sogenannten Listenhund zu adoptieren, sollten Sie sich nicht nur mit einem Profi zusammensetzen, sondern auch unbedingt einen Blick auf die Verordnungen der jeweiligen Bundesländer werfen. Nicht jeder sogenannte Listenhund wird in jedem Bundesland gleich bewertet.